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Daria's Reisebericht September 2016

Liebe Tierfreunde,
manchen ist es nicht entgangen, dass wir nach zwei Jahren Pause wieder unsere Reise nach Sibirien antraten um zu sehen, welche Fortschritte uns vor Ort erwarteten. Besser könnte ich es nicht wiedergeben, als es Ute, die mit uns mitgegangen war, geschrieben hat: „Dieses Land berührt mich emotional zutiefst. Ich liebe die Weite und den endlosen Himmel, die unglaubliche Herzenswärme und Gastfreundlichkeit der Menschen hier. Und doch spüre ich auch eine dunkle Aura der Hoffnungslosigkeit und des Trübsals.
Der Kontrast zu meinem deutschen Leben ist schier unfassbar. Ich bin dankbar und komme mir ganz klein vor.“
Auch mir erging es so, es ist, als würde man von einem Planeten auf einen anderen fliegen, alles, was für uns hier NORMAL ist, alles, was wir gewohnt sind, gibt es dort nicht. Dort beginnt das pure Überleben und wir werden schief angesehen...wozu Tiere retten - hier wissen die Menschen nicht, was morgen kommt.
Nun, was das Tierheim angeht, überraschender Weise ist aus einem einst leerem Feld eine kleine Stadt geworden https://www.youtube.com/watch?v=JlOkFRHutM8 . Was sehr positiv aufgefallen ist, durch eure Spenden konnte man zahlreiche Zwinger bauen und die viel zu grossen wilden Rudel trennen, in welchen zuvor die schwachen Tiere keine Chance hatten. Jetzt haben die Tiere mehr Luft und können, auch wenn ohne viel Menschenzuwendung, ein ruhiges Dasein führen. Jeder Zwinger ist nummeriert, so dass die Arbeiter, die immer wieder neu dazu kommen, sich im ganzen Gelände nicht verlieren und jeder Zwinger bedient wird. Insgesamt arbeiten zurzeit 8 Arbeiter in Schichten. Nach dem vier Arbeiter im Tierheim 5 Tage leben und arbeiten, kommt die nächste Schicht. Die Arbeiter leben im Tierheim sehr bescheiden (für uns fast unvorstellbar), doch man sagte mir, mit 15 Euro Tages Verdienst sind die eigentlich sehr gut versorgt, man findet in der Stadt wirklich nicht viel Arbeit, wo man so viel verdienen kann. Das freut mich natürlich, denn immerhin retten wir Dank euren Spenden nicht nur Tiere, sondern geben auch Menschen eine Arbeit.
Nun, was unsere Gefühle angeht, seit dem ersten Tag der Ankunft laufen die auf Hochtouren, obwohl wir verstehen, dass alle diese Tiere vom Tod durch Vergiften oder Einschläfern gerettet worden sind, fällt es uns schwer zu sehen, dass viele von ihnen nie eine richtige Familie haben werden, so wie wir es bei uns kennen. Da ist zum Beispiel diese Kampfhündin, die man noch letztes Jahr im katastrophalen Zustand im Tierheim abgegeben hat, Man hat sie ins Tierheim gebracht, weil sie nicht mehr als Kampfhund taugte in den Hundekämpfen, die in dieser Ortschafft tatsächlich noch stattfinden. Sie hatte grosse offene Wunden, und war unglaublich mager. Doch man hat sie gut trainiert, bis jetzt kann diese Hündin keinen einzigen Hund im Tierheim ausstehen und würde die alle zum Tode beissen. Dabei ist sie der liebste Hund zum Mensch und lebt in ihrem Einzelzwinger ab jetzt ihr ruhiges Leben, hat zugenommen und die Wunden sind verheilt. So viele Hunde im Tierheim haben eine Vorgeschichte, bei den meisten von denen war dieses Tierheim die letzte mögliche Bleibe vor dem Tod.
Nach dem wir am ersten Tag emotional auf Hochtouren das Tierheim verlassen haben, stiessen wir gleich ausserhalb des Tierheimzauns auf dieses in unsere Richtung kriechendes Wesen.
https://www.youtube.com/watch?v=fyGaWBft7B8
Die Ute Brischke hat geschrieben: „Mein Herz ist zersplittert. 
Als das Kätzchen unsere Stimmen gehört hat ist es jämmerlich miauend auf uns zugelaufen, so schnell es die kleinen Vorderpfoten nur zuließen. Im nassen Dreck des Feldweges die Hinterpfoten nach sich schleifend. Welch Verzweiflung. Uns trifft es wie ein Schlag in die Magengrube, weil wir bei diesem Anblick schon ahnen dass wir ihr nicht werden helfen können. Ich nehme sie in die Arme, gebe ihr Wärme an diesem kalten regnerischen trüben Tag. Ich streichle dieses kleine abgemagerte Wesen. Die Hinterbeine sind bewegungslos, empfindungslos, am After eine große Geschwulst. Auf meinem Schoß entspannt sich das Kätzchen, ist fast spürbar glücklich uns gefunden zu haben. Putzt sich, rollt sich ein, die winzige Nase nach oben gereckt. Was für ein Vertrauen und Wohlbefinden dass es uns fast die Luft abschnürt es anzusehen. 
In der Tierklinik stellt sich heraus, dass wir sie gehen lassen müssen. Zu schwer sind die Verletzungen. Wir können sie nur noch streichelnd auf ihrem Weg in eine bessere Welt begleiten. Unsere Traurigkeit ist unsäglich."


Ich konnte dort nur schlecht schlafen, täglich lag ich bis 4 Uhr wach, im Kopf alle diese Augen und die Hilflosigkeit, mit der man dort zu kämpfen hat. Würden doch die Menschen vor Ort ihre Tiere kastrieren und auch sonst anders behandeln. In allen Kliniken sieht man Werbung von verkauften Rassentieren. Ich würde schreien wenn ich könnte: „Wacht auf! Bei diesem Tierelend seid ihr noch geldgierig und verkauft Nackthunde und Nacktkatzen in Sibirien, wo es im Winter -40 Grad ist!!!" Diesen Winter landeten zwei Nacktkatzen wie viele andere Rassentiere ins Svetlanas Tierheim, sie waren innerhalb einer Woche tot, was konnte sie dagegen machen? Ihr Tierheim ist überfüllt.
Dabei haben wir Dank euch schon so viel geschafft. Ich glaube und hoffe, dass wir doch ein Beispiel für die Menschen in Russland sind. Mein Traum wäre, alle Tiere im Tierheim zu kastrieren und noch bessere Lebensplätze für die verlassenen Tiere von Sibirien zu bieten, eine kostenlose Kastration den Menschen dort für ihre Tiere zu ermöglichen. Auf diese Weise könnten wir das Problem von einer anderen Seite angehen.
Doch sind wir leider noch nicht so weit, wir müssen zuerst das Tierheim und die Versorgung der Tiere im Tierheim auf die Beine stellen. 
https://www.youtube.com/watch?v=3tCQ_ymgdyM

https://www.youtube.com/watch?v=aq8PTsP-fN8
Wir suchen dringend nach Flugpaten, Endplätzen für unsere Tiere um das Tierheim wenigstens etwas entlasten zu können.
Und wir müssen unsere Anstrengungen weiterführen und hoffen, dass ihr uns weiter dabei so gut ihr könnt unterstützt.

Danke, dass es euch gibt.

Daria


Das letzte siebte Leben - dasletztesiebteleben.com