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Liebe Tierfreunde,
hier können sie mitverfolgen wie es über all die Jahre dem sibirischen Tierheim ergangen ist und welche Besserungen es gegeben hat.

Vor unserer Entdeckung des Tierheims kämpft die Svetlana alleine seit 20 Jahren für die Existenz ihrer Tiere. Sie bettelt täglich, damit die Tiere wenigstens etwas zu essen bekommen. Die meisten sterben jedoch nach kürzester Zeit, sie hat einfach nicht die Mitteln so eine grosse Anzahl an Tieren zu halten, die ihr täglich vor die Tür gestellt werden, von der Kastration ist hier nicht Mal die Rede. Aber nicht nur das, obwohl die Svetlana viele Freunde hat, wird sie von den meisten vor Ort sehr schlecht behandelt. Es folgen 6 Prozesse, man will das Tierheim schliessen und alle Tiere erschiessen. Am Ende gewinnt die Svetlana mit Mehrzahl von Menschen die sich für sie einsetzen. Ein aus dieser Zeit kleine Erinnerung von der Svetlana: „ Eines Tages höre ich das tödliche Geschreie einer unseren Katzen, sie ist aus dem Katzenhaus durch das Fenster entwischt…ich renne hin und sehe wie einer unseren abgemagerten Hunden versucht sie zu töten. Mit meiner ganzen Kraft versuchte ich die Katze von dem Hund zu befreien. Es gelingt mir, doch kurze Zeit später stirbt die Katze trotzdem… und dieser Hund verhungert nach einer Woche…“

2008 fährt eine von uns in ihre Heimat Sibirien und entdeckt das Tierheim. Sie schaut sich die Lebens-Bedingungen der Svetlana und ihrer Tiere und weiss, dass wenn sie nichts unternehmen wird, sie es sich nie vergeben wird. Bei der Ankunft in die Schweiz, öffnet sie mit Hilfe ihrer russischen Freunde eine Homepage, auf welcher sie alles über das sibirische Tierheim berichten. Die ersten kleinen Spendeneingänge folgen, aber es sind viel zu kleine Beiträge, wir sind zu unbekannt, damit es sich weiter bewegen kann.

2009 wird auf das Tierheim die Karin Pesse aufmerksam. Sie schlägt uns vor eine Gruppe im Facebook für das sibirische Tierheim zu eröffnen, damit mehr Menschen auf das Tierheim aufmerksam werden. Parallel macht sie zusätzlich private Flohmärkte um auch von sich etwas geben zu können. Mittlerer Weile ist sie ein festes Verein-Mitglied und ein toller Tierfreund. Unsere Facebook-Gruppe bekommt immer mehr Mitglieder, alle Menschen die wenigstens etwas in der Seele haben, sind sofort angesprochen und von den katastrophalen Bedingungen schockiert. Man kennt uns noch nicht, doch die ersten Menschen riskieren zu spenden. An diesem Punkt ist die Svetlana so verzweifelt, ständig wegen der Störung der Lebensweise der Bewohner in ihrem Dorf angegriffen zu werden, das sie beschliesst ihr Tierheim aus der Stadt umzuziehen. Gott sei Dank, sind da auch die Behörden einig und damit endlich was geschieht, bekommt die Svetlana auf niedrige Miete ein Stück Land für die nächsten 45 Jahre unter einer Bedingung das alle Tiere so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinden. Die Svetlana bringt kurz vor dem kalten Winter ihre Tiere auf ihren neuen Lebensplatz. Ausser dem Holzzaun, ein paar alten, gelöcherten Metall-Wagen deutet auf das Tierheim nichts hin. Doch mehr können wir uns zurzeit nicht leisten, die Spenden-Eingänge sind viel zu klein. Eine grosse Anzahl an Tieren überlebt den Umzug nicht. Die Bilder der Toten aus dieser Zeit haben wir nicht, damals hatten wir kein Kamera-Gerät vor Ort um das alles dokumentieren zu können.

2010 kommen endlich mehr Spenden ein. Unsere Facebook-Gruppe hat über 500 Gruppenmitglieder erreicht, aber auch privat gewinnen wir mehr und mehr Helfer. Vor Ort in Sibirien herrscht eine absolute Baustelle. Mit ihren 64 Jahren ist die Svetlana der Baustellen-Führer, sie hat eine exakte Vorstellung wie das erste richtige Tierheim in Sibirien aussehen soll. Unsere ganzen Investitionen gehen in den Bau rein, damit wir nicht so viele Opfer im kommenden Winter tragen müssen. Die Tiere sind immer noch gezwungen mit Brei, statt dem richtigen Futter auszukommen. Das erste Mal wird das Wort „Kastration“ im Tierheim erwähnt. Die Svetlana fängt an einzelne Tiere zu kastrieren. Dieser Eingriff ist jedoch schwierig umsetzbar, denn die einzige Vet-Klinik in der Stadt ist nur mit einem Auto zu erreichen, doch obwohl wir uns bereits ein altes Auto für das Tierheim leisten konnten, haben wir kein Fahrer der die Tiere regelmässig zur Kastration fahren konnte, weil das Tierheim ziemlich ausserhalb der Stadt liegt. Und die Ärzte selber sind viel zu beschäftigt, regelmässig in das Tierheim zu fahren um zu kastrieren.

2011 geschieht ein Wunder! Die Svetlana besteht in ihrem hohen Alter die Führerscheinprüfung.
Es wird einiges leichter und sparsamer. Ab jetzt sparen wir die täglichen Kosten für ein Taxi, um Futter zu holen und alle Lebenswichtigen Sachen für das Tierheim zu besorgen, wie auch die Tiere für die medizinischen Behandlungen in die Stadt zu fahren. Auch Kastration wird mit dem Auto leichter, wann immer eine Hündin trächtig ist, nimmt die Svetlana das Tier und fährt in die Klinik umso den unnötigen Nachwuchs zu ersparen. Bis aber alle Tiere kastriert sind, wird es noch lange dauern. Parallel zu kleinen Erfolgen in Sibirien, werden wir zu einem offiziellen Schweizer Tierschutz-Verein „Das letzte siebte Leben“ mit dem Sitz in Zürich. Doch obwohl wir bereits einiges geschafft haben, müssen wir trotzdem bei der August- Reise nach Sibirien 2011 feststellen, das noch immer Mangel- Ernährung herrscht, noch immer Tiere viel zu oft sterben und die Häuser immer noch zu wenig isoliert sind.

Wie ihr sehen könnt hat sich in mehr als 25 Jahren der Geschichte des Tierheims einiges getan. Die Svetlana ist sehr gläubig und zündet täglich für den Wohl ihrer Tiere Kerzen an. Mit ihr möchte ich auch für alle die Kerzen anzünden, die in diesem Tierheim bis zu Ende, wartend auf echte Besitzer gelebt haben und es nie bekamen. Und für die die noch dort sind, dort leben und auch nie echte Besitzer haben werden. Aber wenigstens haben sie dieses Tierheim, ihre letzte Hoffnung, wo sie sicher sind, das sie dort nicht erschossen, oder vergiftet werden, wo sie Futter bekommen und wo zwar ein einziger Mensch, aber immer hin für alle etwas Liebe abgibt.
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